Projekt Donnstetten

 

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Gruol – Orgel von 1844

 

Die Donnstetter Gruol,– Orgel ist beispielhaft für eine Vielzahl von historischen Instrumenten im süddeutschen Raum und darüber hinaus. Im Lebenslauf der gut 160 Jahre alten Orgel fanden immer wieder mehr oder weniger kräftige Eingriffe in den Kernbestand statt.

Vorab möchte ich darauf verweisen, dass ich es selbst bei weniger umfangreichen Arbeiten für unabdingbar halte, die Geschichte eines Instruments möglichst gründlich zu betrachten. Das ist nicht immer einfach, da manches nicht aufgezeichnet oder schwer auffindbar ist. Dennoch sollte darauf Wert gelegt werden, da eine ausführliche Dokumentation eines Instruments auch für spätere Generationen ein klares Bild über den Lebensweg und die Einschnitte am Instrument aufzeichnet.

Eine Achtung vor den Arbeiten früherer Generationen entsteht meiner Meinung nach erst mit dem Bewusstsein über die eigene Vergänglichkeit. Das menschliche Leben ist doch meist nur eine kurze Zeitspanne vom Leben einer historischen Orgel!

Leider wurde auch in Donnstetten 1954 die Orgel „aufgehellt“, wie man das damals bezeichnete. Offensichtlich war man darüber aber schon wenige Jahrzehnte später so unzufrieden, dass man 1981 eine „Rekonstruktion“ des ehemaligen Pfeifenwerks durchführte. Allerdings entschied man sich im selben Zug für einen Anbau eines zweiten Manuals in Form eines Schwellwerks. Dafür musste die historische Windversorgung hinter der Orgel weichen.

Bei den nun ausgeführten Arbeiten an der Orgel setzte ich mich für absolut notwendige Dinge ein. Das bedeutete für die technischen Eingriffe lediglich den Einbau eines geräuschdämmenden Motorkasten sowie den Austausch der Aluminiumtraktur gegen Holzabstrakten. In der Intonation des Hauptwerks wurde lediglich der aus dem Jahr 1981 stammende Prinzipal 4´ besser in das klangliche Bild Gruols integriert.

 

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Die Schimmelbildung wurde mit Essig abgewaschen

 

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Undichte Spunddeckel...

 

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...wurden neu mit Schafsleder belegt.

 

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Die Aluminiumtraktur verursachte ein
unangenehmes Spielgefühl.

 

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Holzabstrakten wurden dafür eingesetzt.

 

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Ein Teil der rekonstruierten Pfeifen hat schlankere Pfeifenfüße
als das historische Material. Diese Füße sind in vielen Jahren
durch die Stimmung in die Stockbohrungen eingeschlagen worden.

 

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Kaum erkennbar sind die nun übergestülpten Hülsen. Sie verdicken die Pfeifenfüße
und verhindern damit ein erneutes Einsinken. Dieses Vorgehen
vermeidet unnötige Lötarbeiten und ist jederzeit reversibel.

 

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Der Hauptgrund der Arbeiten war eine notwendige Ausreinigung
des gesamten Instruments. Je nach Umwelteinflüssen und Verschleiß werden
Orgeln im Abstand von 15 – 20 Jahren generalüberholt und gereinigt.

 

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Mit einem Gottesdienst und Konzert feierte die Gemeinde
im Dezember 2006 die Wiedereinweihung.