Projekt Lorch

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Im Sommer 2007 fiel der Startschuss zum Neubau dieser Pfeifenorgel. Für die Neuapostolische Gemeinde in Lorch wurde eine neue Kirche errichtet. Bei der Ausschreibung für den Orgelneubau erhielt ich den Zuschlag.

Da die Disposition bereits festgelegt war, folgten nun die drei Hauptphasen des Projekts. Während des ersten Abschnitts fanden viele Gespräche mit dem Architekten statt. Nur durch möglichst präzise Angaben und dem Nachvollziehen der architektonischen Absichten des Büros konnte der Prospekt entworfen werden. Die Orgel sollte vom Prospekt her ebenso schlicht und kubisch wirken wie der Raum selbst. Der Metallpfeifenprospekt sollte möglichst vollflächig erscheinen. Dazu erhielten die einzelnen Prospektpfeifen verlängerte Körper. Zur Gliederung und Belebung der Ansicht wurden die Verlängerungen vom klingenden Körper getrennt. Dezent konnte so ein natürlicher Pfeifenverlauf betont werden. Über zwei Monate hinweg entstanden nun die Konstruktionspläne zu der seitenspieligen Orgel. Es galt, auf sehr engem Raum der frei schwebenden Empore einen klaren Werkaufbau anzuordnen.

Zehn Register fanden genügend Platz für eine klare Ansprache und einen guten Zugang für künftige Stimmungen. Ein Gedanke, der leider im Orgelbau sehr oft unbeachtet bleibt. Nicht zuletzt auch die aufwändige Spielanlage mit sämtlichen Koppeln unterhalb der Manualklaviaturen schuf dafür den Spielraum.

Disposition: Manual I

1. Gedeckt
2. Gemshorn


  Manual II

3. Prinzipal
4. Gedecktflöte
5. Gamba
6. Weitoktave
7. Quinte
8. Flöte
9. Terz





2 2/3´

1 3/5´

  Pedal 10. Subbass 16´
  Pedalkoppeln Superkoppel II-I  

Die Disposition wirkt durchaus eigenwillig. Die beiden Stimmen des ersten Manuals jedoch treten dank der Superkoppel bei Bedarf durchaus dem zweiten Manual entgegen. Grundsätzlich aber ist das zweite Manual als Hauptwerk angelegt. Die Grundstimmen sind klar voneinander getrennt angelegt und begeistern durch ihre warmen Klänge. Bei den 8´- Stimmen ergeben die tragenden Mensuren einen ganz besonderen Charme.

Die Quinte mit dem 2´ erzeugt im Zusammenhang mit der Superkoppel dazu einen Mixturcharakter. Die Aliquoten überhaupt bieten mit den genannten technischen Besonderheiten wunderbare und abwechslungsreiche Plena.

 

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ausschließlich heimische Hölzer bringen die Holzpfeifen zum klingen

 

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die Labien der Holzpfeifen werden einzeln gefräst

 

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das spätere Herzstück der Orgel, die Windlade

 

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142 Tonventile kann der Organist betätigen

 

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Winkel, Wellen, Docken, Ärmchen...
das Chassis des Spieltisches wurde vollständig im Betrieb gefertigt

 

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Abstrakten aus feinjährig gewachsenem Holz öffnen die Tonventile

 

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Mechanikteile aus Hainbuche ermöglichen eine besonders präzise arbeitende Spieltraktur

 

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Mechanikteile aus Hainbuche ermöglichen eine besonders präzise arbeitende Spieltraktur

 

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498 Pfeifen füllen den Raum mit Musik

 

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freundliches, helles Ahornholz dominiert vom Spieltisch...

 

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...bis hin zur Pedalklaviatur

 

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Am 12. Oktober 2008 wurde die Orgel feierlich in Dienst gestellt