Projekt in Vöhringen (Ev.) 2014 II/22 Generalüberholung, Nachintonation

Holzpfeifen der Link – Orgel von 1963
Holzpfeifen der Link – Orgel von 1963

Die Ausschreibungsunterlagen zur Link – Orgel in Vöhringen nannten eine ganze Liste von gravierenden technischen Mängeln. Tontraktur, Registertraktur (Rhodomatic), Elektrik, Verschleiß. Hinzu kamen diverse klangliche Schwächen, Intonationsprobleme, mäßige Abstufungsmöglichkeiten.

Zu Beginn der Arbeiten wurde die elektropneumatische Registertraktur entfernt. Die mittels eines Kompressors betätigten Schaltungen hatten aufgrund von Rissen im Kunststoff schon seit längerer Zeit nicht mehr zuverlässig funktioniert. Da an der elektrischen Anlage immer wieder Umbauten vorgenommen worden waren, wurden sämtliche Kabel erneuert, die Registerschaltungen auf elektrische Magnete umgebaut.

Kabelgewirr im Spielschrank
Kabelgewirr im Spielschrank

Bei den Manualtrakturen hatte es immer wieder Heuler gegeben, zur Sicherheit war die Traktur auf ausreichend Leerreise einreguliert worden. Das verursachte ein unangenehmes Spielgefühl. Hier erhielten die Wippenbalken fixe Stahlverbindungen mit dem Tragwerk. Neben diversen Verschleißteilen wurde insbesondere die Zugänglichkeit der Orgel für Wartungen und Stimmungen erheblich verbessert. Bisher war es fast unmöglich, die Zungenregister zu stimmen. Auch viele Labiale Pfeifen konnten nicht erreicht werden. Durch klappbare Stimmgänge, Laufböden und eine zusätzliche Tür kann die Orgel nun als rundum wartungsfreundlich bezeichnet werden.

Sämtliche Schwimmerbälge wurden neu beledert
Sämtliche Schwimmerbälge wurden neu beledert
vergilbte Tastenbeläge wurden abgeschliffen und aufpoliert
vergilbte Tastenbeläge wurden abgeschliffen und aufpoliert
eingesunkene Pfeifenfüße…
eingesunkene Pfeifenfüße…
…erhielten Stütznähte und zusätzliche Haften
…erhielten Stütznähte und zusätzliche Haften

In der Disposition wurde lediglich die Oktave 2´ des Schwellwerks gegen die Feldflöte 2´des Hauptwerks vertauscht. Damit wurde das Plenum im HW aussagekräftiger. Die Trompete in I wurde ebenso wie die Mixtur etwas abgemildert, die zwischenzeitlich leblose Quinte wurde wieder gestärkt. Im Schwellwerk erfolgte überwiegend eine ausgleichende Nachintonation.

Disposition

I 1. Bourdon 16´
  2. Prinzipal
  3. Flöte
  4. Oktave
  5. Spitzflöte
  6. Quinte 2 2/3´
  7. Oktave
  8. Terzflöte 1 3/5´
  9. Mixtur 4-5 f.
  10. Trompete
  Tremulant  
II 11. Gedeckt
  12. Salizional
  13. Flöte
  14. Feldflöte
  15. Sifflöte 1 1/3´
  16. Scharfzimbel 3 f.
  17. Oboe
  Tremulant
Ped 18. Subbass 16´
  19. Oktavbass
  20. Choralbass
  21. Hintersatz 3 f.
  22. Fagott 16´

Das Orgelkonzert zur Wiedereinweihung fand am 14. September 2014 statt. Die Bezirkskantorin Frau Kilsbach und der Organist Herr Kipp zeigten darin gekonnt, welche vielfältigen Klänge sich der Orgel nun wieder entlocken lassen.